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Keine ausländische Militärintervention in Elfenbeinküste
Abidjan - Ungeachtet des vorläufigen Scheiterns ihrer Vermittlungsbemühungen in der Elfenbeinküste plant die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS vorerst wohl keinen Militäreinsatz.
Eine militärische Intervention scheine momentan "glücklicherweise" vom Tisch, sagte ein kapverdischer Regierungsvertreter. Die ECOWAS will die Vermittlung im ivorischen Machtkampf im neuen Jahr fortsetzen.
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Es gehe jetzt darum, in der Elfenbeinküste einen Dialog zwischen den rivalisierenden Lagern in Gang zu bringen, sagte der Staatssekretär im kapverdischen Außenministerium, Jorge Borges. "Wir sprechen derzeit nicht von einer Militärintervention der ECOWAS." Der Vermittlungsversuch der ECOWAS-Delegation unter Leitung der Staatschefs von Sierra Leone, Benin und Kap Verde habe eine "Brücke zum Dialog" gebaut.
Den drei Präsidenten war es allerdings trotz der Androhung militärischer Gewalt nicht gelungen, den abgewählten ivorischen Präsidenten Laurent Gbagbo zum Amtsverzicht zu bewegen. Sie reisten am Dienstagabend nach getrennten Gesprächen mit Gbagbo und seinem Widersacher Alassane Ouattara aus der Elfenbeinküste ab. Die Staatschefs unterrichteten am Mittwoch den nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan über den Stand der Gespräche. Jonathan, der derzeit den Vorsitz der ECOWAS führt, erklärte, dass die Vermittlungsbemühungen kommenden Montag fortgesetzt würden.
In der nigerianischen Hauptstadt Abuja ging heute ein zweitägiges Treffen der Armeechefs der ECOWAS-Staaten zu Ende, in dem es nach Angaben aus Teilnehmerkreisen um die Planung einer möglichen Intervention in der Elfenbeinküste ging. Die 15 Länder umfassende ECOWAS hatte vergangene Woche mit einer Militärintervention gedroht, sollte Gbagbo nicht aufgeben.
Die internationale Gemeinschaft sieht in Ouattara den rechtmäßigen Sieger der Präsidentschaftswahl von Ende November. Die Europäische Union sandte ihm am Mittwoch ein weiteres Signal der Unterstützung: Nach Angaben des französischen Außenministeriums einigten sich die 27 EU-Staaten darauf, künftig nur Botschafter der Elfenbeinküste zu akzeptieren, die von Ouattara ernannt wurden.
Bislang deutet allerdings nichts auf ein Einlenken Gbagbos hin: Er hat die Armee hinter sich, Ouattara und sein Kabinett hingegen müssen sich in einem von UN-Blauhelmen bewachten Hotel am Rande der Wirtschaftsmetropole Abidjan verschanzen. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen seit der Wahl sind nach UN-Angaben mindestens 173 Menschen getötet worden, hauptsächlich Anhänger Ouattaras. Zehntausende flohen aus Angst vor einem Bürgerkrieg aus dem Land.
©AFP 2010
Foto: Sia Kambou








